Urlaubsnachricht von der Ostsee
Da Christian unseren Seekajakbericht etwas kurz gefasst hat, hier noch eine Ergaenzung:
Die ersten zwei Tage hat uns der steife Westwind schoen aus dem Greifswalder Bodden rausgeschoben, so dass wir zwischenzeitlich sogar 2 Tage Vorsprung hatten. Christian und ich hatten den einzigen Zweier der Tour, ein richtiges Flaggschiff, das einmal in Fahrt gekommen, nicht mehr zu stoppen war.

Ausser Wolfram unserem Reiseleiter waren noch zwei Frauen dabei,

wie schon erwaehnt Brigitte (ganz rechts) mit ihrem haeufigsten Kommentar: "Ja, ja." und "Oohh Neeiiin", wobei ersteres immer erklang, wenn wir ihr etwas zum dritten oder vierten Mal erzaehlten und bedeutete, dass sie es immer noch nicht mitgekriegt hatte und letzteres immer zu hoeren war, wenn etwas unvorhergesehenes passierte, wie zum Beispiel Wasser ins Boot schwappte, etwas herunterfiel oder sie beim morgendlich Abwaschen nass wurde.
Die zweite junge Frau (ganz links im Bild) meldete sich meistens gar nicht zu Wort. Beide kamen aber auch im Einer ganz gut voran, zumindest die ersten Tage.
Nach den ersten zwei Tagen fuhren wir entlang der Straende, von denen einige Ortschaften sicherlich bekannt sind (Goehren, Sellin, Binz) und übernachteten auch dort.

Da wir so viel Vorsprung hatten, bummelten wir ein wenig, da der interessanteste und laengste Tag um die Kreidekueste schlecht anders aufzuteilen war (Anlandungsverbot im Nationalpark Jasmund und mind. 500m Abstand zur Kueste). Wir machten also am Tag davor Halt am Strand von Prora, wo die Nazis doch ihr Ballermann hinbauen wollten. Da der Krieg dazwischengekommen ist und die Sowjets dort ihre Armee stationiert hatten, ist der Strand noch sehr schoen unverbaut und auch sehr menschenleer erhalten geblieben. Und dann die schicke Kreidekuestenumrundung am naechsten Tag mit kurzem Halt in Sassnitz und ab da bis zur Spitze schicken Rueckenwind und nette Aussicht.

Etwas zu viele Ausflugsschiffe, aber es ist keiner von uns abgetaucht, wie Stefan vermutet hat (sieht nur so aus).

Noch voller Elan sind wir in der ersten Anlandungsmoeglichkeit Lohme in den Hafen eingefahren. Nach heisser Schokolade wurde beschlossen, die Bootsbelegung zu tauschen, also Christian und ich im Einer und Brigitte und Silvia im Zweier.

Da wir noch einen vollen Tag Vorsprung hatten, wollten wir am Freitag weiter Richtung Kap Arkona. Leider frischte der Wind noch weiter auf und wir hatten dann bis zu Windstaerke 5+ so dass wir gegen Abend nur noch gegen die Wellen kaempfen, aber ansonsten auf der Stelle paddelten. So wurde beschlossen, am Steinstrand ans Ufer zu gehen und dort die Nacht zu verbringen.

Der Platz war ziemlich schick und nach dem Wegraeumen der groessten Steine auch gar nicht so unbequem wie gedacht. Netter Sonnenuntergang und Lagerfeuer rundeten den Abend ab.

Am naechsten Tag hatten wir immer noch West- also Gegenwind und daher sind wir doch nicht weiter als bis Glowe (angedachtes Ziel) gefahren. Vielleicht das naechste Mal bis Kap Arkona (im Bildhintergrund zu sehen)

Wen die Touren interessieren, der kann gerne mal bei
www.seekajak-reisen.de nachschauen.
Das Wochenende verlebten wir noch recht entspannt mit unseren Freunden Soeren und Anja und Klein Caio in Neuhof und halfen beim Vertilgen der Essensreste.
Mittlerweile haben wir Polen von West nach Ost durchquert, polnische Waelder zu Fuss und per Rad durchstreift, riesige Pfifferlinge entnommen, einmal kurz vor Kaliningrad angeschlagen und umgekehrt, jetzt Leba und die polnische Sahara hinter uns gelassen. Leider konnte man nur auf die erste riesige Sandduene rauf, die anderen waren abgesperrt. Deshalb wissen wir auch nicht, wie gross das Gebiet wirklich ist, wahrscheinlich nicht so enorm, wie vorerst gedacht. Aber die Wanderung erst hin durch den Kiefernwald und dann komplett am Strand zurueck umfasst doch einige Kilometer. In Leba weht scheinbar staendig eine steife Brise, sonst wuerden die Duenen ja nicht so stark wandern. So war Baden bei den enormen Wellen leider ausgeschlossen. Dafuer gab es am Strand total rundgeschliffene Steine. Auch heute sieht es ziemlich grau aus und das Autothermoeter zeigt 14 Grad also aus der Traum vom Baden.
Jetzt sind wir in der Naehe von Kolobzreg (Kolberg) in einem an eine Spielhoelle angeschlossenes Internetbudchen mit entsprechendem Laermpegel.
Ich denke es reicht jetzt auch mit dem Bericht. Einen schoenen Tag noch wuenscht Katja

1 Comments:
aha.. sehr schicke bilder. man koennte fast neidisch werden, zumindest wenn ich mal den muskelkater ausser acht lasse.
Interessant fand hier jetzt den schluss: "Auto".. wie jetzt? wo kommt das denn her?
Naja.. Kassel habe ich mir dieses jahr (sehr bald) nochmal vorgenommen.. da koennen wir das ja eroertern
stefan
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