Donnerstag, 30. August 2007

Bemerkenswertes

Mein heutiger Text wird sich u.a.mit dem fortschrittlichen Polen befassen.
1. Oekologie
a)
Der Pole ist dem Deutschen in einigen umwelttechnischen Gesichtspunkten um mehrere Jahrzehnte voraus.
Beginnen wir mit dem gewoehnlichen Teebeutel. Der polnische Teebeutel besteht aus einem gepressten Paeckchen, ohne Schnur, ohne Metall und ohne Schildchen. Dies bedeutet nichts weniger als mehrere aufwendige Produktionsschritte weniger - welch herrlicher Satz. Die Strom- und Materialeinsparung pro Paeckchen Kaffe deckt den Jahresenergiehausalt (fuers Licht) eines Gluehwuermchens. Ganz zu schweigen von der nicht zu transportierenden Masse.

b)
Die Nichtexistens der polnischen Autobahn ist ein weiterer beachtenswerter Punkt. Geringere Geschwindigkeiten, reduziertes Verkehrsaufkommen und staerkere Tramperhaeufigkeit zeichnen das Bild des totalen Fortschrittes in diesem ach so beschaulichen Land.

polnische Kartenkunde:
Nachdem Katja heute eine unserer Autokarten bei voller Fahrt aus dem Wagenfenster geworfen hat, auch diesbezueglich noch eine kleine Bemerkung. Nein, ich trage nicht wirklich die Schuld am Kartentestflug, etwa wegen diverser Maekelei an der Navigation.
Ein unscheinbares, niedliches Insekt hatte sich im Fahrzeug verirrt (siehe Tramper), landete auf der Karte und nahm diese dann, beim Versuch des Rauswurves aus dem Autofenster, mit sich.
Gluecklicherweise traegt der ordentliche Deutsche immer mehrere Karten des gleichen Massstabes und vom selben Gebiet mit sich herum. Beim Navigieren im polnischen Reich sollte man neben der Karte auch die Himmelsrichtungen zu Rate ziehen. Das unglaubliche Sicherheitsbeduerfnis Polens zeigt sich in ungenauen Karten - teilweise fuehren scheinbar Strassen durch die Ostsee. In Zeiten google maps unsinnig.

polnische Haustierkunde:
uwaga piesi
Dieses Schild warnt vor freilaufenden Hunden - wahrscheinlich die Radfahrer.
Grosse, auch dem Auto gefaehrliche Hunde liegen gewoehnlich an der Kette oder vegetieren in winzigen Zwingern vor sich her. Huendchen mit Stummelbeinchen sieht man allerdings allerorts. Mischungen aus Bernhardiner, Dogge, und Afgahnischen Schaeferhund mit Dackel ergibt Fusshupe.


Koniec

Urlaubsnachricht von der Ostsee

Da Christian unseren Seekajakbericht etwas kurz gefasst hat, hier noch eine Ergaenzung:
Die ersten zwei Tage hat uns der steife Westwind schoen aus dem Greifswalder Bodden rausgeschoben, so dass wir zwischenzeitlich sogar 2 Tage Vorsprung hatten. Christian und ich hatten den einzigen Zweier der Tour, ein richtiges Flaggschiff, das einmal in Fahrt gekommen, nicht mehr zu stoppen war.

Ausser Wolfram unserem Reiseleiter waren noch zwei Frauen dabei,

wie schon erwaehnt Brigitte (ganz rechts) mit ihrem haeufigsten Kommentar: "Ja, ja." und "Oohh Neeiiin", wobei ersteres immer erklang, wenn wir ihr etwas zum dritten oder vierten Mal erzaehlten und bedeutete, dass sie es immer noch nicht mitgekriegt hatte und letzteres immer zu hoeren war, wenn etwas unvorhergesehenes passierte, wie zum Beispiel Wasser ins Boot schwappte, etwas herunterfiel oder sie beim morgendlich Abwaschen nass wurde.
Die zweite junge Frau (ganz links im Bild) meldete sich meistens gar nicht zu Wort. Beide kamen aber auch im Einer ganz gut voran, zumindest die ersten Tage.
Nach den ersten zwei Tagen fuhren wir entlang der Straende, von denen einige Ortschaften sicherlich bekannt sind (Goehren, Sellin, Binz) und übernachteten auch dort.

Da wir so viel Vorsprung hatten, bummelten wir ein wenig, da der interessanteste und laengste Tag um die Kreidekueste schlecht anders aufzuteilen war (Anlandungsverbot im Nationalpark Jasmund und mind. 500m Abstand zur Kueste). Wir machten also am Tag davor Halt am Strand von Prora, wo die Nazis doch ihr Ballermann hinbauen wollten. Da der Krieg dazwischengekommen ist und die Sowjets dort ihre Armee stationiert hatten, ist der Strand noch sehr schoen unverbaut und auch sehr menschenleer erhalten geblieben. Und dann die schicke Kreidekuestenumrundung am naechsten Tag mit kurzem Halt in Sassnitz und ab da bis zur Spitze schicken Rueckenwind und nette Aussicht.

Etwas zu viele Ausflugsschiffe, aber es ist keiner von uns abgetaucht, wie Stefan vermutet hat (sieht nur so aus).

Noch voller Elan sind wir in der ersten Anlandungsmoeglichkeit Lohme in den Hafen eingefahren. Nach heisser Schokolade wurde beschlossen, die Bootsbelegung zu tauschen, also Christian und ich im Einer und Brigitte und Silvia im Zweier.

Da wir noch einen vollen Tag Vorsprung hatten, wollten wir am Freitag weiter Richtung Kap Arkona. Leider frischte der Wind noch weiter auf und wir hatten dann bis zu Windstaerke 5+ so dass wir gegen Abend nur noch gegen die Wellen kaempfen, aber ansonsten auf der Stelle paddelten. So wurde beschlossen, am Steinstrand ans Ufer zu gehen und dort die Nacht zu verbringen.

Der Platz war ziemlich schick und nach dem Wegraeumen der groessten Steine auch gar nicht so unbequem wie gedacht. Netter Sonnenuntergang und Lagerfeuer rundeten den Abend ab.

Am naechsten Tag hatten wir immer noch West- also Gegenwind und daher sind wir doch nicht weiter als bis Glowe (angedachtes Ziel) gefahren. Vielleicht das naechste Mal bis Kap Arkona (im Bildhintergrund zu sehen)

Wen die Touren interessieren, der kann gerne mal bei
www.seekajak-reisen.de nachschauen.
Das Wochenende verlebten wir noch recht entspannt mit unseren Freunden Soeren und Anja und Klein Caio in Neuhof und halfen beim Vertilgen der Essensreste.

Mittlerweile haben wir Polen von West nach Ost durchquert, polnische Waelder zu Fuss und per Rad durchstreift, riesige Pfifferlinge entnommen, einmal kurz vor Kaliningrad angeschlagen und umgekehrt, jetzt Leba und die polnische Sahara hinter uns gelassen. Leider konnte man nur auf die erste riesige Sandduene rauf, die anderen waren abgesperrt. Deshalb wissen wir auch nicht, wie gross das Gebiet wirklich ist, wahrscheinlich nicht so enorm, wie vorerst gedacht. Aber die Wanderung erst hin durch den Kiefernwald und dann komplett am Strand zurueck umfasst doch einige Kilometer. In Leba weht scheinbar staendig eine steife Brise, sonst wuerden die Duenen ja nicht so stark wandern. So war Baden bei den enormen Wellen leider ausgeschlossen. Dafuer gab es am Strand total rundgeschliffene Steine. Auch heute sieht es ziemlich grau aus und das Autothermoeter zeigt 14 Grad also aus der Traum vom Baden.
Jetzt sind wir in der Naehe von Kolobzreg (Kolberg) in einem an eine Spielhoelle angeschlossenes Internetbudchen mit entsprechendem Laermpegel.

Ich denke es reicht jetzt auch mit dem Bericht. Einen schoenen Tag noch wuenscht Katja

Montag, 27. August 2007

Urlaub oder so


So, guten Tag.
Da ich gerade mit Katja im I-Cafe sitze - ich an einem und Katja an einem anderen Rechner, habe ich gerade keine Einsicht in das, was Katja verfasst. Also werde ich kurz meine Sicht des Urlaubes schildern. Ohne Ruecksicht auf doppelte Erzaehlung oder die verzerrte Wirklichkeit anderer, nicht namentlich erwaehnter Personen.

Wie alles begann.
Wir sind in den Zug gestiegen und nach Stralsund gefahren.
wie es weiterging..
Wir wurden in Stralsund abgeholt und zum Seekajakstuetzpunkt nach Neuhof transportiert.
Dort wurde uns und den anderen Mitreisenden eine Einweisung in die Gefahrensituation Seekajak gegeben (Farbe der Boote u. aehnliches). Am naechsten Tag ging es dann los. Wir wurden recht frueh von Brigitt geweckt. Eine Schweizerin mit eingeschraenktem Sinnesvermoegen. Ich musste gegen halb Sieben zu ihr gehen und sie vom lauten Abwaschen abhalten. Was ihr also hauptsaechlich fehlte war der Sinn fuer mein Schlafbeduerfnis, ansonsten war sie ganz nett. Halbblind, halbtaub, vergesslich, etwas enorm schusselig und immer leicht sehr schwer gestresst.

Dann gings los

und wir erreichten nach mehren Tagen mit gutem Wind den Bestimmungsort.

Naja, zwischendurch haben wir im Freien gezeltet,

uns von ein paar wenigen unzaehligen Muecken durchloechern und vergiften lassen, Wind und Wetter gerbten die Haut und riesige Rueckenmuskeln wuchsen.


Jetzt befinden wir uns in Polen.
Alle Doerfer die wir bereisten haben fuer mich unaussprechliche und unausschreibliche Namen (Czaplinek, Swornegarcie, Goldap, Stanzcicky, Borki) Die Urbanisierung Polen in diesen Landstrichen duerfte etwa in 30 Jahren kommen. Internet oder derartiges war nicht verfuegbar. Telefon nur in der Dorf-LPG oder Handy. Dafuer billiardentrillionen Muecken sowie die daraufbasierende Nahrungskette (Froesche, Kreuzottern, Stoerche, Woelfe). Die Menschen Stehen irgendwo vor den Muecken, sind allerdings ob ihrer geringen Anzahl nicht erwaehnenswert. Ich, der Meisterfotograf wollte ja wegen der vielen Saeugetiere hierher. Konnte allerdings nicht fotografieren weil der Wald zu dicht war. Nunja, die letzten Tage werden wir uns an der Ostseekueste gen Heimat vorarbeiten. Fotos gibts nicht, aeh werden nachgereicht (USB kommt hier erst in 20 Jahren)