In Iquique haben wir also Silvester verbracht. Das Riesenfeuerwerk haben wir von der Uferpromenade aus betrachtet. Der Strand war vermutlich wegen Unfallgefahr komplett abgesperrt. Da uns die Flasche Wein (im Hotel schon vorgetestet) nicht so recht mundete und es auf der Strasse kein Bier mehr zu kaufen gab, haben wir mit Gummibaerenbrause angestossen. Eigentlich ist es hier vollkommen egal, wie das Zeug heisst, es schmeckt immer kuenstlich und sehr suess. Am Neujahrstag waren wir dann nochmal am Strand und bei super hohen Wellen baden.
Die paar Tage Iquique haben ganz gut getan. Dank der grossen Supermaerkte, die es im Gegensatz zu Peru und Bolivien gibt, konnten wir uns auch so ernaehren, wie wir gerne wollten.
Auf den Stadtpalmen sitzen uebrigens die Kormorane und grunzen die ganze Zeit vor sich hin. Zuerst haben wir gedacht hinter unserem Hotel waere eine Schweinefarm. In Bolivien ist das ja durchaus moeglich.
Am Neujahrsnachmittag sind wir dann in den Grenzort Arica gefahren und wollten von dort mit einem Taxi-Colectivo auf die peruanische Seite. Das schien eigentlich ganz gut zu klappen, schnell noch ein Hotdog gefuttert und dann los. Dummerweise stellten sich unsere Mitfahrer als eine Frau mit zwei Kindern und einem weggelaufenen Maedchen heraus, das jeden Moment kommen sollte. Ich fand das zwar schon etwas ungewoehlich, dass die Mutter das Maedchen nicht suchen gegangen ist. Aber nach mehr als einer Stunde war sie immer noch nicht aufgetaucht und ich hab mal nachgefragt, wie alt das ist. Es gab da ein Begriffsproblem. Das Maedchen war sowas wie ihr Haus- oder Kindermaedchen, was die Pause wohl genutzt hat, um mal eigener Wege zu gehen. Der Taxifahrer wurde mit der Zeit auch ziemlich grantig, weil wir so lange warten mussten und alle anderen Taxis nach und neben uns schon losgefahren waren. Jedenfalls wurde es ihm irgendwann zu viel und weil es auch keine anderen Fahrgaeste mehr gab, hat er das ganze Gepaeck von denen wieder ausgeladen und uns allein ueber die Grenze gefahren. Er war natuerlich ziemlich sauer und hat auf die Peruaner im allgemeinen geschimpft: Luegner, unpuenktlich etc. obwohl er selbst eine peruanische Frau hat.
Zum Glueck liegt Peru zwei Stunden hinter Chile, so dass wir gegen 23:30 peruanischer Zeit dann auch ein nettes Zimmer in Tacna bei einer Familie bekommen haben. In Tacna war immer noch Neujahrsabend und deswegen ausser hundert Spielhoellen kaum was geoeffnet. In einer Seitenstrasse haben wir dann doch noch einen Hamburger bekommen.
Heute sind wir weiter nach Arequipa gefahren: 6 Stunden durch komplette Wueste und auf einmal einzelne gruene Taeler. Das von Arequipa scheint das groesste zu sein. Arequipa ist die zweitgroesste Stadt von Peru mit Kolonialarchitektur, die leider durch die zahlreichen Erdbeben etwas gelitten hat, sprich es gibt nicht mehr ganz so viele alte Gebauede, also ungefaehr so ein Mix wie in Deutschland. Wir wohnen in einem schicken Hotel, dank Nebensaison konnten wir den Preis ziemlich runterhandeln. Vorn gibt es ein modernes Gebaeude und hinten im Hof kleine renovierte Haeuschen, in einem ist unser Zimmer mit Bad. Morgen wollen wir bis ans Ende von Canyon de Colca fahren. Der Canyon ist ca. 3000 m tief, allerdings nicht der tiefste. Dort wollen wir noch ein paar Tage wandern, bevor wir wieder nach Areqipa zurueckkommen und von hier nach Lima fliegen.