Dienstag, 26. Dezember 2006

Transport in Bolivien

Heute einmal ein paar kleine Anekdoten ueber die Transportsituation in Bolivien.
Aus Copacabana brachte uns ein schoener roter Bus, der teils mit Touristen, teils mit Einheimischen gefuellt war, nach La Paz (4h). Zuerst wurde das Gepaeck in die vorgesehenen Stauraeume verladen, dann noch durch ein geoeffnetes Busfenster eine Flasche Wasser bestellt, bezahlt und erhalten. Auf gings. Katja und ich sassen in der letzten Reihe am einzigen defekten Fenster des Busses, womit das Fotografieren enorm erschwert wurde. Dazu noch zwei Deutsche und ein bolivianisches Maedchen. Dieses verliess den Bus irgendwann und wurde durch eine aeltere Frau ersaetzt. Hierbei handelte es sich offensichtlich - also eher aus olfaktorischer Sicht- um eine Fischverkaeuferin. Es roch also, aber alles in ertraeglichem Bereich. Nach der ersten Pause roch sie dann auch nach Zwiebeln, was auf ihren Mittagstisch zurueckzufuehren war. Die Landschaft war eindrucksvoll wie immer. Am Rande der Strasse, welche am Titicacasee entlang fuehrte, waren viele bettelnde Kinder zu sehen. Nach etwa 1,5 Stunden Fahrt wurden wir in kleine Motorboote verladen und ueber den See gebracht. Der Bus indes fuhr auf ein anderes eigentuemliches Faehrboot. Dort ueberstand er irgendwie recht schief mit noch einem PKW die Faehrfahrt. Auf der anderen Seite angekommen, bestiegen wir erneut den Bus und wurden nach La Paz gefahren. Am Busterminal angekommen versuchten wir einen Bus nach Uyuni zu buchen. In Uyuni gibts einen riesigen Salzsee, wo wir unsere Vorraete auffuellen wollen. Das Iberia-Salz ist naemlich alle.
Auf jedenfall fuhr kein Bus dorthin weil Feiertag war. Ok, also nur bis Oruro gebucht (4h). Nach dem Kauf des Bustickets muss man noch Tax fuer das Terminal bezahlen. Das ist ueberall so. Wahrscheinlich finanziert sich die hiesige Volkswirtschaft auf diese Weise, sonst wuesste ich nicht wie. In Cocacabana zum Beispiel sassen wir in einer Kneipe und bestellten Pizza a la carte. Daraufhin rannte der Barmann in die Pizzaria nebenan und orderte dort das Essen, preisgleich. Aehnliches passierte mit Bier oder Wein. Da gingen die Restaurantbesitzer in den Laden nebenan und organisierten selbiges zum Ladenpreis. Oder die Laeden der Ticketverkaefer - da erhaelt man Tickets zum gleichen Preis wie am Busterminal. Keine Ahnung wie hier Geld verdient wird.

Da wollten wir also ein Zugticket nach Uyuni erwerben. Am Abend zuvor war der Schalter geschlossen, also am naechsten morgen halb Acht auf der Matte stehen. Nummer ziehen und warten. Am Vorabend hatten wir ein paar Brasilianer kennengelernt, welche 10 Nummern vor uns an der Reihe waren. Nach drei Stunden Wartens wurde uns dann mitgeteilt, das der Zug voll waere - eine Nummer trennte die Brasilianer vom Ticket. Jetzt fahren wir mit dem Bus. 20.00 Uhr Start in Oruro, Ankunft voraussichtlich 4.00 Uhr in Uyuni - bis um 6.00 Uhr darf im Bus geschlafen werden. Wir gehen dann noch zwei Flaschen Wein kaufen. Als Schlaf- und Beruhigungstrunk. Auf der Fahrt nach Oruro sass ein Mann vor uns der hat sowas von gestunken ... ich hoffe wir brauchen diesmal keine Nasenklammern.
Allerdings sitzen vor uns diesmal erneut zwei Familien. Uebrigens sollte man sichergehen und seinen Namen mit Kuli in die Sitzplatzliste fuer den Bus zu schreiben. Namen welche mit Bleistift geschrieben sind, werden wegradiert wenn andere Interessenten kommen.
In Uyuni wollen wir eine mehrtaegige Tour machen, bis demnaechst.