Ja ich war letztendlich auf dem Machu Picchu, aber das ist auch schon wieder eine spezielle Peru-Geschichte. Erstens alles, was sich touristisch ausschlachten laesst, wird auch genutzt und auf einmal wird statt der freundlichen Waehrung Soles (1 Euro ca. 4 Soles) das Zeichen fuer US$ hingeschrieben.
Irgendwie waren wir im Vorfeld etwas verpeilt, wahrscheinlich wegen der Hoehe in Cusco und so habe ich mich erst am Samstagnachmittag entschieden, am Sonntag zum Machu Picchu zu fahren. Und so konnte man kein Zugticket mehr im Voraus kaufen. Uebrigens darf man den einheimischen Zug schon mal gar nicht benutzen und der guenstigste Tarif 44 US$ hat so unmoegliche Fahrzeiten, dass man in dem Dorf unterhalb des MP 2 Tage uebernachten muss.
Egal, man ist nur einmal da und angeblich kann man morgens noch Tickets am Bahnhof kaufen. Der zweitguenstigste Tarif fuer 68 US$ startet um 6:15 also waren wir um 5:30 am Bahnhof. Christian ist dann wieder ins Hostel gefahren und ich hab gewartet. Es ist tatsaechlich so, dass dort eine Person Tickets vekauft und die hat es nicht geschafft, in einer dreiviertel Stunde ca. 10 Tickets zu verkaufen. Der Zug faehrt natuerlich puenktlich ab, auch wenn noch Plaetze frei sind und noch Leute mitfahren wollen. Warum?
Man kann das erste Stueck ja auch mit einem bereits wartenden Taxifahrer zuruecklegen und dann immer noch denselben Zug erwischen - also ich wuerde da mal irgendeine Art von Zusammenarbit vermuten. Da man aber rauf will, werden kurzentschlossen Gruppen von gleichgesinnten Touristen gebildet. In unserem Fall ein schweizer Paerchen, eine Englaenderin, ein Australier und ich. Zusammengequetscht 1,5 Stunden bis Ollantaytambo gefahren und nett unterhalten.
Man spart auch zwei Stunden langweilige Zugfahrt, wie ich auf der Rueckfahrt mitbekommen habe. Jedenfalls kann man in Ollantaytambo dann noch Tickets kaufen, kostet aber genausoviel wie von Cusco aus, wenn man den gleichen Zug nehmen will. Deshalb hat die Zuggesellschaft auch keinen Grund, mehr Personal oder bessere Rechner hinzustellen. Und zum Glueck habe ich dann das letzte Ticket fuer die Rueckfahrt fuer denselben Tag bekommen. Die Schweizer wollten sowieso noch einen Tag uebernachtn und die beiden nach mir mussten dann noch mehr Geld hinblaettern und hatten effektiv noch weniger Zeit oben auf dem Berg.
Die Zugfahrt war erstmal toll.Man faehrt in einem engen Tal durch mehrere Klimazonen, weil man immer weiter hinabfaehrt. Also man sieht Ackerbau, dann Kakteen und Felsen und schliesslich so eine Art Bergregenwald.
In Aguas Callientes angekommen darf man weitere 12 US$ bezahlen fuer einen Bus, der einen hochfaehrt oder hochlaufen. Ich habe die zweite Variante gewaehlt, auch wenn es anstrengend und zeitraubend war. Aber immerhin habe ich auf dem Weg ein paar Schmetterlinge gesehen und konnte mal ohne die gesamte Meute von Touristen und fliegenden Haendlern sein. Das lustige ist, dass dann ploetzlich ein peruanischer Junge von oben herbageschossen kommt, mit echt leichter Fussbekleidung und buntem Inkaumhang, der versucht, scneller zu sein als der Bus abwaerts. Dann winkt er immer den Touristen zu, wenn der Bus die naechste Serpemtine passiert hat. Und ich denke, die schaffen das wirklich und versuchen unten Trinkgeld zu kassieren.
Oben angekommen beahlt man nochmal 120 Soles Eintritt, aber dann ist man wirklich drin! Ist schon echt herrlich dort oben,vor allem wenn man das letzte stueck selbst zurueckgelegt hat. Das Gelaende ist riesig und so verlaeuft sich die Menge an Touristen. Was man beobachten konnte, waren weniger die ganzen auslaendischen Toristen, sondern lustige peruanische Reisegesellschaften, vom Vorschulalter bis zur Rentnerfahrt. Das witzige war, dass die alle einen gut ausgebildeten Fuehrer hatten, im Gegensatz zu mir. Aber das hat sie nicht sonderlich interessiert, sondern sie haben sich immer vor irgendwelchen Steinhaufen in Gruppen postiert.
Leider ist dieses ganze Freilichtmuseum ohne grossartige Beschriftungen und ich hatte den Lonely Planet im Hostel gelassen. Man kann dann auch noch vom plateau aus zwei weitere berge erklimmen, um dieses typische foto zu schiessen, was jeder kennt. ich hab wegen der zeit leider nur den kleineren geschafft,weil ich mir auch noch die einzelnen gebaeude anschauen wollte. ja und dann bin ich irgendwann wieder runtergelaufen, um den zug zu bekommen. das wetter hat super mitgespielt, einen tag vorher und einen tag nachher hatten wir voll schlechtes wetter in cusco. dummerweise hatte ich die sonnencreme vergessen und so hatte ich dann von christian am abend einen neuen spitznamen bekommen paprikatja.